Nostalgierig

Ich habe heute Musik gehört. Musik von früher. Sie lief im Hintergrund, ich arbeitete und als ich fertig war sagte ich zu mir: „Ich würde so unglaublich gerne mal wieder so tanzen wie früher.“

So, wie Ende der 90er im Soundgarden, Dortmund. Freitag Full Moon, Samstag regular, beide Nächte da. Jedes Wochenende. Oder Anfang der Nuller im Klup, Münster, Donnerstag, Sick of it all. Eine Institution.

Damals, als Songs nicht im Radio Edit auf 3:30 Minuten produziert wurden, sondern fertig waren, wenn die Künstler fertig waren. Früher, als nicht Minimal geil war, sondern Maximal. Breitseite. Als Mesa Boogie Triple Rectifier eine Einheit und Snare Peitschen Währung waren.
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Lieber Jürgen,

es gibt diese Tage im Leben, die sich unwirklich anfühlen. Meistens, wenn sich eine Kündigung ankündigt. Du kennst diese Phase – diese Tage und Wochen – kurz vor einer Trennung. Etwas liegt in der Luft und dir quer im Magen, der Hals ist leicht angeschnürt und deine Tage tragen die Überschrift: Appetitlosigkeit. Du bekommst Festes schwerer runter als Sven Bender von den Beinen und der oberste Knopf am Hemd will nicht rein – wie Torschüsse von Micky.

Scheiß Trennung. Nicht vom letzten Glas Gintonic vor der ersten AA-Selbsthilfegruppe, der letzten Zigarette an Silvester oder dem finalen Akkord einer überragenden, durchgetanzten, letzten Nacht. Auf dem Dancefloor ein zerknüllter Flyer. Buchstaben in Neongelb: Tanz ab.
Diese Trennung beseelt dich nicht, sie reißt dir die Seele raus.

Wie Wembley, 2013, 89. Minute. Robben. Ausgerechnet Robben. Schlimmer. Ausgerechnet viel schlimmer. Du gehst.
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#IBES – Dschungelkandidaten im Social Media Check 2015

Liebe Freunde des guten schlechten Geschmacks,

die größten Highlights des vergangenen Jahres waren mit Sicherheit alle der letzten 365 Tage. Denn jeder Tag, an dem wir den Wendler nicht sahen, nicht hörten und nicht ertragen mussten, war ein echtes Alligator-Sahnehäubchen!

Aber auch in diesem Jahr haben sich elf – nennen wir sie „Lebewesen“ – gefunden, die sich gerne und mit jeder Menge Übereifer ins Unglück stürzen möchten, um das vermeintliche Glück zu finden. Und natürlich ist auch heuer ein jeder von ihnen nicht nur felsenfest von sich selbst, sondern vor allem auch davon überzeugt, dass er weder im Besitz eines anhaltenden emotionalen Zustand des Unglücklich-Seins ist, noch Individuen oder Gruppen gegenüber eine der gesellschaftlichen Norm abweichende Verhaltensweise an den Tag (und die Nacht) legt oder schlicht und ergreifend seine größten beruflichen Erfolge nicht darin gefeiert zu haben, keinen großen beruflichen Erfolg gehabt zu haben.

Alles verstanden? Nein? Dann sind Sie hier genau richtig! Denn Logik ist für das Gros der Kandidaten immer noch eine der vielen wunderschönen Inseln auf Griechenland.
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Mobbing, Dass…?

Es ist ein freies Land. Niemand ist dazu verpflichtet jemanden zu mögen und niemand muss den Stil eines Moderators mögen. Niemand muss mich mögen, niemand muss dich mögen und niemand muss Markus Lanz mögen – und das ist auch gut so, meine Damen und Herren.

Was am Samstag Abend via Twitter begann und den ganzen Sonntag über, flächendeckend auf Titelseiten, Feuilletons und in sozialen Netzwerken fortgesetzt wurde, hatte jedoch etwas grundlegend perverses, welches mich in dieser exzessiven Schamlosigkeit – offen gesprochen – wirklich angewidert hat.

Sicherlich, einige Fragen und Anmerkungen von Lanz waren grenzwertig und mehr als unglücklich gewählt. Doch gibt es in meinen Augen einen eklatanten Unterschied zwischen konstruktiver Kritik, kreativen Wortspielen, kabarettistisch-anmutender Gaukelei und plumpen, stupiden Beleidigungen und Provokationen im Buhlen um die reißerischste Headline, die weit unterhalb des schlimmsten Stammtischniveaus anzusiedeln sind.
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Frauenquote! Das Obwohl-Universum.

Ich bin ein Mann und gegen die Frauenquote. Macht mich das automatisch zum Macho oder Chauvi? Muss ich mich jetzt schlecht fühlen?

Zumindest wurde mir, durch zahlreiche Kommentare in den sozialen Netzwerken während der hitzigen Debatte, die letzte Woche rund um die Frauenquote stattfand, vermittelt, dass ich mich als Mann wenigstens nicht gut zu fühlen habe und einige gingen sogar so weit zu sagen, ein Mann hätte sich dazu gar nicht zu äußern. Ich berufe mich auf das Grundgesetz und äußere mich trotzdem.

Zugegeben, die Allerwenigsten werden jemals von der Quote betroffen sein. Männlein wie Weiblein. Regelt die Frauenquote doch die Zusammensetzung der Aufsichtsräte in DAX-Unternehmen und dort oben ist die Luft bekanntlich recht dünn. Dass trotzdem eine so emotionale Diskussion zustande kam, zeigt, dass das Thema eine enorm hohe gesellschaftliche Relevanz hat.
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7 Gründe, warum wir Weltmeister werden.

Its been a while. Um genau zu sein 24 Jahre seit dem letzten Triumph bei einer Weltmeisterschaft unserer Jungs. Ich werde ein bisschen nostalgisch weil ich mich gerne an die verwackelten Bilder in Ultra Low Definition erinnere. Die Bilder von Matthäus, Litti, Klinsmann und Völler, die den Weltpokal über den Rasen in Rom tragen. Die Bilder von Franz Beckenbauer, der wie in Trance über eben diesen Rasen schlendert und dabei eine Ruhe ausstrahlt, als würde er gleich im Mittelkreis seine Yogamatte auspacken und zum Sonnengruß ansetzen.

Diese Bilder sind eingebrannt in meinem Kopf, denn es war damals – als 10-Jähriger – mein erstes, ganz bewusst erlebtes Fußballturnier. Es hat mich geprägt und den Grundstein meiner Leidenschaft für dieses Spiel gelegt.

Eine Leidenschaft, die die ganze Palette menschlicher Emotionen bedient. Von Himmel hoch jauchzend, zu Tode betrübt. Von Andy Brehmes Elfmeter, über Bierhoffs Golden Goal, bis zum Kopfball von Puyol und dem Stich ins Herz von Grosso. Von der Stille und inneren Anspannung – schon Tage vor Anpfiff – bis zur Polonaise und dem Autokorso, direkt nach dem Abpfiff. HIN-SETZ-EN!!! Von „Gib mir ein Humbatätärä“ zu „Gib dem Schiri eine scheiß Brille.“
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Deutschland datet sich ab.

Ich surfe durch die Weiten des Webs, höre Menschen zu und beobachte Unbekannte in Cafés und habe dabei mehr Fragen im Kopf als Antworten. Dabei dachte ich mit Anfang 20, dass das mit Mitte 30 genau anders herum sein wird. Ich verstehe unsere Begegnungen nicht, ich verstehe die Kriterien nicht, ich verstehe unseren Umgang mit dem Geschenk der Anziehung nicht. Nicht mehr.

Im Sommer 2013 veröffentlichte „Elite Partner“, nach eigenen Angaben die „Partnerbörse für Akademiker und Singles mit Niveau“ eine Studie, in der Gründe für das Alleinsein unter 4147 Singles erfragt wurden. Dabei gaben 35% an, sehr hohe Ansprüche zu haben und nicht bereit für Kompromisse zu sein. Weitere 31% sagten, sie fokussieren sich lieber auf den Job und die Karriere. Am lustigsten ist aber das hier: 18% der Befragten gaben an, sie würden zu wenig Geld verdienen und könnten dem Partner nicht genug bieten. Elite Partner, die „Partnerbörse für Akademiker und Singles mit Niveau“. Kompromissverweigerer, Egozentriker und Arme.
Echt abgefahren. Ich überlege diesem Blog die folgende Headline zu geben: „Deutschland schafft sich ab“. Oh, Moment.
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#IBES – Die Dschungelkandidaten im Social Media Check 2014

Liebe Freunde der australischen Kotzfrucht,

an diesem Freitag ist es wieder so weit. RTL hat alles zusammengekratzt, was auf dem Markt der Würdelosigkeit und der Selbstaufgabe erschlossen werden konnte.
Um euch das – selbstverständlich – sachliche Diskutieren oder wahlweise auch die zügellose Rundumschlagbeleidigung zu vereinfachen, habe ich hier die wichtigsten Hashtags, Fanpages, Twitter Accounts und weitere Kanäle für euch zusammengefasst. Als kleines Amuse Gueule, gibt es auch noch eine Vorstellung und eine kurze Prognose.

Gezwitschert wird unter: #IBES 

Die Kandidaten sind aufgelistet nach Hits bei Google. (Stand 13.01.2014, 15:50 Uhr):

1. Melanie Müller: 3.640.000
2. Michael Wendler: 1.570.000
3. Marco Angelini: 2.150.000
4. Tanja Schumann: 686.000
5. Corinna Drews: 195.000
6. Mola Adebisi: 180.000
7. Jochen Bendel: 131.000
8. Larissa Marolt: 157.000
9. Winfried Glatzeder: 132.000
10. Gabby de Almeida Rinne: 82.600 (lol fünfstellig)
11. Julian F. M. Stöckel: 30.700 (ROFLCOPTER!)

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Dortmund vs. Bayern. Der Abschied von der Augenhöhe.

Kein Fan freut sich über eine Niederlage. Wirklich keiner. Als Fan von Borussia Dortmund freue ich mich auch nicht über das Ergebnis von Samstag. Jedoch denke ich, dass explizit diese Niederlage gegen explizit diese Bayern ganz gut war – und das genau zur richtigen Zeit.
Wie bitte? Ja, echt jetzt.

Denn das Spiel beendet einen künstlichen Disput, der nie berechtigt war aber von den Medien stets lauwarm bis kochend heiß gehalten wurde, um Geschichten kreieren zu können.

Seit drei Jahren führe ich endlose Diskussionen auf Facebook, im Stadion, in Kneipen und im Freundeskreis, über diese verdammte Augenhöhe und seit drei Jahren versuche ich meinem Umfeld deutlich zu machen, dass es keine Augenhöhe zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München gibt und auch nicht geben kann. Am Samstag, um ca. 19:50 Uhr, hat man gesehen warum.

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