Wenn Belmondo zwei Mal klingelt.

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Bei meiner Familie gibt es zwei Mal im Jahr Sauerbraten. An hohen Feiertagen. Dem ersten Weihnachtsfeiertag und Schützenfestsonntag. Da mache ich mit. Lecker. Bei mir kommen noch zwei hohe Feiertage im Jahr dazu. Dieser eine Tag im Frühjahr und dieser eine im Herbst, wenn die neue Kollektion von Belmondo erscheint und der Postbote mit frischem Schuhwerk zwei Mal klingelt. Hurra! Letzte Woche war es wieder soweit. Päckchen da, auspacken, boom! Ein Traum in Lack. Zwei in Chelsea Boots. Der Reihe nach.  Read More

Deutsche Fahne, schwere Fahne.

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Alle Jahre wieder, genau genommen alle zwei Jahre wieder, soll ich mich gefälligst schlecht fühlen. Immer dann, wenn Fußballer unterschiedlicher Nationen unter unterschiedlicher Beflaggung in Reih und Glied zur Hymne antreten, um anschließend den von nepalesischen Kindern genähten Nichtangriffspakt mit Füßen zu treten, drehen die jungen Linken komplett durch.

Entartete Kunst
Die linksintellektuelle Arroganz, die mir in Studientagen (Politik, KoWi, Soziologie) schon bizarr vorkam, wenn zu billigem Tetrapack-Rotwein aber teurem Fairtrade-Kaffee inbrünstig über Max Weber gestritten und Karl Marx vermisst wurde, während der WG-IM nur Tocotronic und Ton, Steine, Scherben in seinem CD-Spieler erlaubte, wird mir von Turnier zu Turnier immer suspekter.

Wie ein radikalisierter Veganer, der eine Pfanne nicht benutzt wenn darin schon totes As gebraten wurde, verteidigte man das Hoheitsgebiet der HiFi-Anlage zu geduldeter Kunst und an der Wand hing eine gebatikte Weltfriedensflagge – von dem letzten Trip nach Goa.

Finden wollte man sich selbst. Gefunden hat man die Scheisserei.
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Wolle Neurose kaufe?

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Wir sind wahnsinnig. Komplett irre. Alle. Um in dieser Welt zu überleben, braucht man Mechanismen, die Halt geben, da Haltlosigkeit zum Diktator unseres Daseins wurde. Die Frage lautet nicht, ob wir bescheuert sind, sondern: Wie schlimm ist es? Beim Einzelnen.

Ich fange mal an und schreibe Macken nieder, die meine guten Freunde kennen. Meine Facebook-Freunde nicht. Facebook ist so oder so eine ziemlich perfide, hinzugefügte Freundin. Sie gibt uns das Gefühl nicht alleine zu sein und lenkt unser Leben vor zu viel Leben ab. Das könnte ja schief gehen. Und wehtun. Eigentlich wie analog. Liken ist digitales Schmusen. Der Share eines Postings wie überragender Sex.
„Alter, geht viral!“ Der multiple Sharegasmus. Heil Zuckerberg.
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St. Pauli. Mein bisschen Frieden.

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Hamburg, Hafen. Du bist mein Zuhause, mein Kiez, mein St. Pauli. Es ist an der Zeit, dass ich Dir einige Zeilen widme. Denn wie oft bin ich bereits umgezogen, mit meinen 37 Jahren? Bestimmt zehn oder elf mal. Innerhalb der Städte mitgerechnet. Meschede, Münster, München, Mallorca, Marbella. Moment mal. Mich macht mein magnetisches Muster mit M-Metropolen mürrisch. Monotone Macke? Macht Magdeburg Magen-Darm?
Egal. Dann kamst Du! Hamburg, St. Pauli, Du Miststück. Merde.

Dieses Wikipedia sagt, Du bist 2,3 km² groß und damit gehörst Du in das Guinnessbuch der Rekorde, als größtes Herz der Welt. Du nimmst jeden und jeden, wie er ist. Sogar mich. Und diese Wohnung, an der Klappe Deiner Pumpe und mit Blick auf die Reeperbahn, die gebe ich so schnell nicht mehr her.
Der Typ rechts von mir legt sich abends eine Matratze auf den Bürgersteig und wird morgens geweckt, von dem Typ links von mir, bevor der in seinen 911er-Porsche steigt. Unter mir ist um 14 Uhr der Vormittag. Über mir ein Speicher, mein Spielzimmer. 50 Shades of Kramer. Zuckerbrot ist alle.
Der Kioskbesitzer nebenan glaubt an Mohammed, die Vertreter der Heilsarmee schräg gegenüber an Jesus Christus und ich an Charles Darwin. Und Du? Du hast uns einfach alle gleich lieb. Gleich gut.  Read More

Grüß Gott, du Teufelskerl.

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Lieber Opa Anton,

was hast du nur für einen Ritt hingelegt. Was für ein Leben. Ok, dieses letzte halbe Jahr wäre nicht nötig gewesen. Diese Krankheit, diese Schmerzen, dieser gottverdammte Krebs. Aber was machst du alter Haudegen? Du schlägst gestandenen Rock-, Pop- und Filmstars wie Lemmy, Bowie und Altmann ein Schnippchen, nimmst ihnen geschmeidige 17 Jahre ab und läufst mit 86 ins Ziel. Du Teufelskerl.

Du hattest 85,5 gute Jahre, in denen du nicht eine Tablette genommen hast und nie zum Arzt oder ins Krankenhaus musstest. Wer kann das schon für sich behaupten? Was für ein Segen. Ich hätte dir gewünscht und du hättest es verdient gehabt, wie Udo Jürgens beim Spaziergang einfach umzufallen. Schmerzfrei. Diese Gnade. Aber es sollte nicht sein. Die letzten 6 Monate waren für die Katz. Jetzt hast du es geschafft. Frieden. Read More

#IBES – Die Dschungelkandidaten im Social Media Check 2016

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von Sebastian Merget & Andre Kramer

Hier ist er wieder: Der alljährliche Check der Social Media Kanäle aller Teilnehmer des Dschungelcamps. Damit für Freitag Abend alles parat, griff- und klickbereit liegt, sind alle offiziellen Links für euch zusammengetragen. Der altbekannte Hashtag lautet: #IBES

Gunter Gabriel:

Wenn man sich das Video von „Big G“ auf Facebook ansieht, muss man nicht mal den Ton anstellen um zu bemerken, dass der Dschungel den Gunter wirklich gebrochen hat: zerzaustes Haar, verschwitztes Shirt, Zahnlücke. Ein paar Sekunden später fällt allerdings auf, dass das Video vom 11. Januar 2016 ist und der Gunter nun mal wirklich so aussieht, wie er so da steht. Heißt im Klartext: der blonde Engel mit der 5-saitigen Harfe auf Pump ist noch nicht mal im Paradies angekommen, sieht aber so aus, als hätte er geradewegs die Abzweigung in Richtung Hölle genommen! Keine Frage, das wäre fatal, versprach ihm die Wahlheimat Adam’s und Eva’s doch neben Frauen und Badewasser noch vier weitere Dinge, die der Papageno der hiesigen Justizvollzugsanstalten so dringend braucht, wie der Teufel kein Weihwasser: Kohle, Asche, Penunzen und Moneten. Es ist also nicht verwunderlich, dass Mister Gabriel – der sich selbst am liebsten mit Johnny Cash des Nordens im Spiegel begrüßt – das Abenteuer Down Under als „Track seines Lebens“ sieht. Und das er die Melodiestimme dazu singen wird. Und die Hookline. Und produziert wird der Kack selbstverständlich auch von mir. Also von ihm. Sie wissen schon. Wie auch immer: auf, äh: unter dem Strich hat Gunter auf jeden Fall das Zeug zum Stinkstiefel des diesjährigen Dschungelcamps und es wird interessant zu beobachten sein, ob Jenny Elvers zur Flasche greifen muss (nein, wir meinen nicht Mr. Ortega), wenn sie nach dem großen Gunter mal für kleine Mädchen muss. Read More

Die Formel der Authentizität.

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Menschen sterben jeden Tag, auch welche die wir kennen. Nicht unmittelbar aus unserem Bekanntenkreis oder der Familie, aber indirekt kennen wir sie. Jedes Mal wenn in der Tagesschau das Hintergrundbild auf das Portrait eines Menschen in schwarz-weiß umgestellt wird, wissen wir, dass es Schauspielerin x, Schriftsteller y oder Musiker z erwischt hat und das finden wir jedes Mal mehr oder weniger schade. Wir werden sie nicht mehr spielen sehen, werden keine neuen Bücher mehr von ihnen lesen und das neue Album wird ein Best Of des Alten sein. Es gibt zwei Todesmeldungen von Menschen, denen ich niemals die Hand schütteln durfte aber bei denen ich mir das Weinen nicht verkneifen konnte: Udo Jürgens und Helmut Schmidt.  Read More

Autumn Calling!

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Man sollte meinen, dass das Ende des Sommers einen nicht gerade in Freudensprünge versetzt. Ok, ist ja auch so. Beim Auspacken, Anprobieren und Laufen auf bzw. in zwei Schuhen der neuen Kollektion von Belmondo, kann ich nur sagen: Hurra, der Herbst ist da.

Eine der Stiefeletten ist ein Chelsea Boot, jedoch fühlen sich Beide nach London an. Einfach Gentlemanlike. Mit Schwarz kann man im Herbst/Winter grundsätzlich wenig falsch machen. Was mir bei diesem Modell besonders gefällt ist das glänzende Leder. Dadurch lassen sie sich mannigfach kombinieren und die Belmondo Chelsea Boots sehen nicht nur an schwarzen Chinos – mit oder ohne Sakko – sondern auch mit Anzug überragend aus. Insbesondere bei schmal geschnittenen Hosen, denn im Gegensatz zu anderen, spitz zulaufenden Stiefeln, sind diese vorne nicht übermäßig in die Länge gezogen. Darüber hinaus sind sie wahnsinnig bequem und das weiche Leder passt sich sehr schnell der Form des Fußes an. Ich habe sie einen halben Tag getragen und sie Sie sind jetzt schon ein absoluter Klassiker meiner Schuhsammlung.  Read More

Die Welt zu Last bei Freunden?

Ich bin Demokrat, Humanist und liberal – durch und durch (die) Mitte. Alles Extreme, links wie rechts, ist mir zu eindimensional.

Derzeit passiert etwas, das ich nicht nachvollziehen kann. Auf der einen Seite – in Freital – gibt es diejenigen, bei denen ein Poster von Franz-Josef Strauß über dem Bett noch geistesmilde und wünschenswert wäre. Immer noch besser als alles zwischen Petry, Heil und Sieg. Auf der anderen Seite gibt es diejenigen, die sich zwischen Ché Guevara und der Nationalmannschaft einfach nicht entscheiden können bzw. sich mit der Entscheidung mindestens so schwer tun, wie Sigmar Gabriel mit seinem eigenen Parteiprogramm und Sigmar Gabriels Gürtel mit Sigmar Gabriel. Read More